Was von wem darüber gesagt wurde.

Was der Niederösterreichische Landeshauptmann und der Landesfeuerwehrkommandant vom "Feuerwehrfreundlichen Arbeitgeber" meinen, und was zu den beteiligten Unternehmen und allgemein zum Thema Freiwillige Feuerwehr erklärt wurde.


Vorwort von LH DI Dr. Erwin Pröll

Das verheerende Hochwasser im April hat uns einmal mehr gezeigt, wie unverzichtbar die Tätigkeit der Feuerwehren für unser Land ist. Mit effizienten Einsätzen rund um die Uhr konnte unseren Landsleuten geholfen, noch schlimmere Schäden verhindert werden.

Mir ist es als Landeshauptmann daher ein persönliches Anliegen, die Leistungsfähigkeit unserer 1660 Feuerwehren auszubauen und die Motivation ihrer Mitglieder zu stärken. Diesem Zweck dient ganz gezielt die Kampagne des Landesfeuerwehrverbandes, die feuerwehrfreundliche Arbeitgeber vor den Vorhang bittet und sie auch über die Internettplattform www.fwfa.at präsentiert.

Bedienstete der Niederösterreichischen Landesregierung werden für Feuerwehreinsätze dienstfrei gestellt. Die feuerwehrfreundlichen Arbeitgeber sollten diesem Beispiel folgen. Die von mir unterstützte Kampagne ist ein Anstoß dazu. Wer als Unternehmer Verständnis für die Feuerwehr hat, der tut letztendlich etwas für die Sicherheit des eigenen Betriebes und der gesamten Bevölkerung.


Vorwort des Landesfeuerwehrkomandanten Wilfried Weissgärber


Der feuerwehrfreundliche Arbeitgeber!

Die Dienstfreistellung während der Arbeitszeit für freiwillige Feuerwehrmitglieder für Feuerwehreinsätze ist schon über Jahre eine Forderung des NÖ Landesfeuerwehrverbandes an die politischen Verantwortungsträger.

Es ist aber auch allen bewusst, dass es eine äußerst sensible Thematik ist und für Arbeitgeber und Arbeitnehmer schwierig lösbar ist, schließlich soll beiden kein gravierender Nachteil entstehen. Eine Verordnung oder gesetzliche Regelung würde den Freiwilligen bei der Arbeitssuche ins Abseits stellen. Nach Meinung des NÖ Landesfeuerwehrverbandes könnte eine Bonusvariante für den Unternehmer, der Freiwillige beschäftigt und zum Einsatz bzw. für Ausbildung freistellt, die einzige gangbare Lösung bringen, was aber auch in der Umsetzung nicht unbedingt einfach erscheint. Nach der Hochwasserkatastrophe im Jahr 1997 war man bemüht, die Freistellungsproblematik neu zu ordnen, aufzurollen und der Öffentlichkeit näher zu bringen.

Ein Hinweis dazu:
Freiwillige stehen ja im Dienste der Öffentlichkeit und erledigen Hoheitsaufgaben. Es gab Teilerfolge, so hat unser Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll erlassmäßig verfügt, dass alle Landesbediensteten frei zu stellen sind. Der Österreichische Bundesfeuerwehrverband hat alle Ministerien angeschrieben und Teilzusagen erhalten, wobei es in der Praxis immer auf den unmittelbaren Vorgesetzten ankommt, das wissen wir aus Erfahrung. Zusätzlich wurde über die Gemeindevertreterverbände ersucht, bei Neuaufnahmen in den Gemeindedienst Freiwillige Feuerwehrmitglieder zu bevorzugen, da wir ja für die Gemeinden tätig werden. Teilweise hat auch dies gefruchtet.

Auch im Jahr des Ehrenamtes hat sich auf diesem Sektor der Dienstfreistellung wenig bewegt, daher hat der NÖ Landesfeuerwehrverband die Initiative ergriffen und eine Kampagne zur Förderung von feuerwehrfreundlichen Arbeitgebern in Niederösterreich und zur Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit und der Politik eingeleitet. Diese Idee fand bei unserem Landeshauptmann sofort Gefallen und wir erhielten die Zusage der Finanzierung.

Um in der Öffentlichkeit auch mediale Wirkung zu erreichen, holten wir den ORF und die NÖN ins Boot. Natürlich führten wir auch mit der Unternehmerseite, der Wirtschaftskammer, Gespräche und ersuchten um Unterstützung. Im Mittelpunkt dieser Aktion stehen Betriebe und Unternehmen, die ihren Dienstnehmer vorwiegend für Einsätze und auch eventuell für Ausbildungen freistellen. Eine finanzielle Unterstützung ist nicht Gegenstand dieser Kampagne.

Die Zielsetzungen lauten
- Anerkennung und Förderung der entsprechenden Unternehmen.
- Schaffung einer eigenen Marke feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber.
- Schaffung eines Anreizes, sich als Arbeitgeber feuerwehrfreundlich zu
  verhalten.
- Eine Internetplattform dient der Kommunikation und Präsentation
  der Zusammenarbeit Feuerwehr und Betrieb und stellt den Betrieb auch
  vor.

Sensibilisierung sowohl bei den Unternehmern wie auch bei den politischen Verantwortungsträgern, ist Ziel dieser Aktion.

Kurz zum Ablauf
Die Nominierung erfolgt durch die Feuerwehr dessen Mitglied bei dem jeweiligen Arbeitgeber oder Unternehmer beschäftigt ist. Diese werden direkt an das Landesfeuerwehrkommando gesandt und im Anschluss geprüft und befürwortet. Der Landesfeuerwehrverband verleiht die Auszeichnung. Die Vergabe erfolgt durch die vorgeschlagende Feuerwehr. Der Anforderungskatalog muss bis zur Verleihung erfüllt werden, durch die Auszeichnung soll ein Anreiz für die Betriebsinhaber oder Geschäftsführer gegeben werden. Dadurch entstehen dem Betrieb keine wie auch immer gearteten Verpflichtungen.

Eine öffentlichkeitswirksame Verleihung soll durch Anwesenheit der lokalen Medien sichergestellt werden. Im gesamten Landesgebiet tätige Unternehmen werden vom NÖ Landesfeuerwehrverband betreut. Der Landesfeuerwehrverband startet mit dem Landesfeuerwehrtag am 3. Mai 2002 die Aktion "Feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber". Die einzelne Feuerwehr wird ab Mai die Möglichkeit haben solche Betriebe zu nominieren und im örtlichen Bereich auszuzeichnen. (Urkunden, Türaufkleber, Logo, etc.)

Für den Startschuss werden durch LH Dr. Erwin Pröll und den NÖ Landesfeuerwehrverband einige Betriebe, welche überregional in Niederösterreich vertreten sind und diese Anforderungen erfüllen, ausgezeichnet. Der NÖ Landesfeuerwehrverband will einen Beitrag für die Freiwilligen Feuerwehren zur besseren Tageseinsatzbereitschaft leisten, ruft aber auch zugleich alle Feuerwehrkommandanten und Feuerwehrmitglieder zur vernünftigen und glaubwürdigen Nutzung auf.

Nur wenn wir dieser Aktion ehrlich entgegen gehen, können wir positives erwarten. Ich danke unserem Landeshauptmann für die ideelle und finanzielle Unterstützung, danke den Medien für die Repräsentanz in der Öffentlichkeit und der Wirtschaftskammer, dass sie unsere Idee mitträgt.